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Insulating Buildings - is this investment worth it?
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Immobilien Vertrieb Köln GmbH
Bobstraße 22 · 50676 Köln - Zentrum
Sehr geehrte Damen und Herren
heute möchten wir Sie darüber informieren, was in den nächsten Jahren im Hinblick auf die Gebäudedämmung auf Immobilien-besitzer zukommt.
Gebäude dämmen: Lohnt sich diese Investition?
Dipl.-Kfm. J. H. Kratzke, Geschäftsführer, Immobilien Vertrieb Köln, im Gespräch mit Dr. R. Loch, Bauphysiker und Energieberater bei der Verbraucher-zentrale Bonn.
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Dipl.-Kfm. J. H. Kratzke
Geschäftsführer
Immobilien Vertrieb Köln GmbH
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Laut dem neuen Energiekonzept der Bundesregierung sollen bis 2050 alle Gebäude in Deutschland so gedämmt werden, dass sie kaum noch Energie verbrauchen – und wenn, dann am besten nur Öko-Energie.
Was kommt auf Immobilienbesitzer zu?
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Dr. R. Loch
Bauphysiker und Energieberater, Verbraucherzentrale Bonn
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Herr Loch, 40 Prozent der Energie in Deutschland wird in Gebäuden verbraucht! Im September hat die Bundesregierung ein neues Energiekonzept beschlossen demzufolge der Wärmebedarf von Gebäuden bis 2020 um 20 Prozent gesenkt werden soll. Spätestens im Jahr 2050 sollen möglichst alle Gebäude in Deutschland so gut wie keine Energie mehr verbrauchen, also so genannte Nullemissionshäuser sein. Wie realistisch sind diese Pläne?
Also ich denke, dass das machbar ist. Entscheidend ist, dass es uns gelingen muss, die Haus- und Wohngebäudebesitzer zu motivieren, etwas zu tun. Die technischen Lösungen sind alle da. Sie können aus jedem Altbau ein Passivhaus machen. Das gibt es modellhaft schon. Das Problem besteht darin, private Investoren zu motivieren und das, was möglich ist, auch umzusetzen.
Zur Zeit regt sich Widerstand bei Mietern, Hauseigentümern und deren Verbänden. Warum?
Dafür gibt es viele Gründe. Zum Beispiel das Investor-Nutzer-Dilemma. Der Mieter soll stärker belastet werden. Dadurch wäre dann der Investor eher motiviert, die Modernisierung vorzunehmen, so die Hoffnung.... Die Sanierungskosten sollen stärker als bisher auf den Mieter umgelegt werden, weil die Sanierung sonst für den Vermieter wirtschaftlich uninteressant ist. Zur Zeit kann er die Kosten noch nicht komplett auf die Mieter umlegen. Aber selbst, wenn er es kann, ist die Frage, ob er es macht! - Denn die Mieter könnten ausziehen, wenn es ihnen zu teuer wird.
Langfristig wird der Wettbewerb das richten. Aber noch sind wir in dem Dilemma, dass die eingesparten Energiekosten nicht so hoch sind, wie der Anstieg der Kaltmiete dann wäre. Bisher sagt die Rechtssprechung „Es darf nicht so teuer saniert werden, dass die Energieersparnis das überhaupt nicht hergibt." Möglicherweise wird es auch Stufenplanungen oder Zuschüsse für Eigentümer geben. Dann muss auf die Mieter gar nicht mehr so viel umgelegt werden.
Mit Kosten in welcher Höhe müssen Hauseigentümer rechnen? Was kann eine solche Sanierung zum Beispiel für ein fünf Parteienhaus kosten?
In ein fünf Parteienhaus von 1960 zum Beispiel, das Sie auf ein Energieziel von minus 20 Prozent bringen wollen, müssten Sie zwischen 10.000 und 50.000 Euro investieren – das hängt vom Haus ab. Vielleicht erreichen Sie das Ziel bereits mit einer neuen Heizung (ca. 10.000 Euro, Anm. der Red.) und einer anständigen Dämmung des Daches (mit Eindeckung ca. 30.000 Euro, Anm. der Red.) Das wird natürlich deutlich mehr, wenn man Richtung Passivhaus geht, das Haus also fast gar nichts mehr verbraucht. Dann müssen Sie alle Gewerke anfassen: die Fenster, die Wände, das Dach, die Heizung, es muss eine Solar- und eine Lüftungsanlage rein. Dann werden sich die Kosten sicher in einer Größenordnung von 100.000 Euro bewegen. Aber, es muss ja nicht alles gleichzeitig saniert werden.
Bislang sind all diese Maßnahmen freiwillig...
Ja, noch, mit wenigen Ausnahmen. Ob das in 40 Jahren auch noch so sein wird, wissen wir nicht. Die Energie-Einsparverordnung (EnEV) vom Oktober 2009 macht ja bereits jetzt für vermietete Häuser Vorschriften: Ungedämmte Speicher- und Dachböden müssen gedämmt werden. Denken Sie zum Beispiel an die 50er-Jahre-Häuser mit ihren Betondecken; oben ist oft nur ein Speicher und eine Zugtreppe, ansonsten das nackte Nichts. Das geht jetzt nicht mehr. Auch Heizungen, die älter als 1978 sind, müssen ausgetauscht werden.
Noch mal zurück zu unserem Beispiel: Welche Maßnahmen und Kosten kommen auf Hausbesitzer zu, wenn das 5-Parteien-Haus 1910 gebaut wurde?
Bei einem Gebäude von 1910 gehen wir davon aus, dass es schon teilsaniert ist. Die Situation in diesen Häusern ist oft gar nicht mehr so schlimm. Die richtigen Energieschleudern sind die Häuser aus den 60er Jahren bis 1975. Dort sind oft noch die alten Fenster drin, die Dachhaut ist nicht ausgewechselt worden. Eventuell wurde der Heizkessel zwischenzeitlich erneuert. Aber baulich sind sie oft noch im Originalzustand. Das ist bei einem Haus von 1910 nicht mehr der Fall. Es ist in der Regel aus- oder umgebaut worden, Besitzerwechsel haben stattgefunden. Die Sanierung ist teilweise schon erfolgt. Die Fenster sind ausgetauscht, das Dach ist gemacht.
Wie viel Energie kann durch Sanierungsmaßnahmen eingespart werden?
Bei einem Haus aus den 60er Jahren sind bis zu 80 Prozent drin. Die Amortisationszeit für solche Maßnahmen liegt zwischen 15 und 30 Jahren. Das hängt natürlich auch davon ab, wie sich die Energiepreise entwickeln. Wenn sie sehr stark steigen, rechnet man mit einer Amortisation innerhalb von 20 Jahren. Das wäre dann sehr wirtschaftlich. Wenn sie hingegen eher moderat steigen, dauert es vielleicht 30 Jahre, bis die aufgewendeten Kosten durch geringeren Energieverbrauch wieder reingeholt werden. Denn im Lauf dieser Zeit, ist vielleicht die Heizung schon wieder defekt oder die Solaranlage.
Manche Experten sagen, der Kostenaufwand für eine Gebäudesanierung stehe in keiner Relation zu den eingesparten Energiekosten. Manche sprechen sogar von "Sanierungs-wahnsinn".
Klar, da stecken natürlich auch wirtschaftliche Interessen dahinter. Die Dämmindustrie und das Handwerk verdienen an den Sanierungsmaßnahmen. Einige Hausbesitzer haben Angst vor Schimmelproblemen oder dass die Mieter nicht mitmachen. Aber das größte Hemmnis ist, dass Hausbesitzer entweder das Geld nicht haben oder sie sich sagen: da gehe ich nicht mehr dran. Das erlebe ich an der Beratungspraxis ganz oft: da ist jemand 75 Jahre alt und sagt: das rechnet sich in zehn Jahren? Da bin ich ja schon unter der Erde, was soll ich da noch machen.
Auf www.brdschwindel.org heißt es, dass viele Energieberater den Faktor für den Wärmeverbrauch, also die Beschaffenheit der Heizung und Wärmeverteilung und damit auch die Kosten-Nutzen-Relation falsch bewerten. Dagegen seien die Wandstärken, die Fenster, die Decken zum Dachboden und Keller nur Marginalien. Am schlimmsten seien die Bauten, in denen die Heizrohre ungedämmt im Mauerwerk oder Deckenbereich verlegt sind. Dagegen hälfen weder Dämmpakete noch Wärmeschutzverglasung noch die Ausmauerung von Heizungsnischen. Was sagen Sie dazu?
Das stimmt inhaltlich nicht. Einmal ist es nicht richtig, dass die Verteilung das größte Problem ist. Denn wenn man eine ungedämmte Heizleistung in der Wand hat und diese von außen dämmt, hat man das Problem schon fast abgestellt. Dann geht der Wärmeverlust nicht nach außen, sondern ins Wohngebäude. Dann wird zwar die Wand warm, aber das ist ja nicht schlimm. Natürlich sind alte Heizungen ein Problem, nur löst sich dieses Problem in der Regel von selbst, da eine Heizung statistisch eh nach 20 bis 25 Jahren erneuert wird.
Einzelmaßnahmen wie die Dämmung von Heizkörpernischen oder die Installation von neuen Thermostatventilen an Heizkörpern sollen oftmals die bessere Alternative zur kompletten Gebäudedämmung sein.
Klar, es gibt hochwirksame, kleine Maßnahmen, die man sofort ergreifen sollte. Aber mit einem Thermostatventil spart man vielleicht fünf bis zehn Prozent Energie ein. Damit alleine schaffen wir keine 20 Prozent bis 2020. Auch durch ungedämmte Heizkörpernischen können niemals 20 Prozent der Energie verloren gehen. Die Fläche ist einfach zu klein. Da müsste schon ein Loch in der Wand sein. Das ist so wie mit der Energiesparlampe. Damit können wir die Welt nicht retten, weil Licht nur einen geringen Teil des Stromverbrauchs ausmacht. Aber die Lampe selbst ist hoch wirtschaftlich und ganz einfach einzusetzen. Weitere kleine Maßnahmen mit relativ großer Wirkung sind die Dämmung von Rollladenkästen oder die Dämmung des Dachbodens und der Kellerdecke. All das kann man in Eigenleistung machen, und zusammen kann das durchaus 20 Prozent Energieersparnis bringen.
Es heißt, bei älteren Gebäuden sei eine Außendämmung nicht sinnvoll, weil vor dem Krieg anders gebaut wurde als heute. Die damals üblichen dicken Ziegelmauern beispielsweise könnten Wärme wesentlich besser speichern als die Oberfläche eines Wärmedämmverbundsystems (WDVS). Letzteres schirme sogar gegen die Energiezufuhr durch Sonneneinstrahlung ab.
Das eine widerspricht dem anderen ja gar nicht. Wenn die Wand von außen gedämmt wird, bleibt die Speicherfähigkeit des Ziegels innen ja erhalten.
Aber die Energiezufuhr durch Sonneneinstrahlung von außen kann ich nicht nutzen.
In der Tat ist es so, dass schweres Mauerwerk Wärme gut speichert. Im Winter kühlt das Gebäude nicht so schnell aus. Wegfallen würde die Aufnahmefähigkeit von Sonnenenergie durch eine Wand. Aber, laut Bauphysik, gibt es die gar nicht. Oder haben Sie schon mal im Sommer eine glühend heiße Hauswand berührt? Unsere Hausanstriche sind alle hell, der Putz ist immer angenehm kühl, vielleicht hat er drei Grad mehr als die Lufttemperatur. Eine Außenwand ist kein Sonnenkollektor. Die Wärme kommt im Sommer ausschließlich durch die Fenster ins Innere des Hauses.
Dass heißt also: Mauerwerk speichert keine Wärme, weil es verputzt ist?
Ja natürlich, wenn Sie einen dunklen Ziegelstein einfach in die Sonne legen, erwärmt er sich. Aber unsere Häuser haben ja keine nackten dunklen Ziegelsteine. Die Steine sind hell, verputzt und dann noch Farbe davor. Eine normale Wand eines Wohngebäudes, hell verputzt und gestrichen, nimmt praktisch keine Sonnenenergie auf, die kommt als Licht durch die Fenster ins Gebäude hinein und wird dort in Wärme umgewandelt. Natürlich speichert die Mauer dann die Wärme, die im Gebäude entstanden ist.
Stichwort Fenster: Das allerneuste ist jetzt die Dreifach-Verglasung. Sitzen wir bald in hermetisch abgedichteten Räumen? Was ist davon zu halten – auch vor dem Hintergrund der Lüftung und Gefahr der Schimmelbildung?
Dreifach verglaste Fenster sind tatsächlich fast so gut wie eine Wand. Sie sind super-dicht. Das ist ein Vorteil im Hinblick auf die Energiebilanz. Andererseits, das ist richtig, müssen wir dann aktiv lüften. Entweder manuell oder es muss eine Lüftungsanlage ins Haus. Wir gehen davon aus, dass 2050 alle Gebäude eine Lüftungsanlage haben werden; das hat auch mit Wärmerückgewinnung zu tun, also, die warme Luft nicht einfach beim Lüften nur raus- und kalte reinzulassen, sondern sie für die Energiegewinnung über einen Wärmetauscher zu nutzen. Im Idealfall kann bis zu 90 Prozent der Energie, die in der Luft steckt, wieder zurückgewonnen werden.
Das ist noch Zukunftsmusik...?
Das gibt es schon. Es wird jedoch im Bestand kaum eingebaut, weil es zu aufwändig ist. Man müsste in jeden Raum Abluft- und Zuluftkanäle legen. Das ist technisch kein Problem, aber da Küchen, Bäder, alles neu gemacht werden muss, wird es im Bestand nur dann gemacht, wenn eine Kernsanierung stattfindet. Die Wohnbaugesellschaften sehen das Problem, dass sie sich mit einer Super-Dämmung und Super-Fenstern das Schimmelproblem reinholen. Deshalb machen sie den zweiten Schritt gleich mit und bauen eine Lüftungsanlage ein.
Kann es zu Problemen führen, wenn neue Fenster in eine vorhandene Bausubstanz eingebaut werden?
Ja, Probleme entstehen, wenn ich ein gut gedämmtes Fenster in eine ungedämmte Wand baue. Das Verhältnis von kaltem Fenster und warmer Wand dreht sich praktisch um. Die Wand wird Schwachstelle und es kann eine Zunahme von Feuchteproblemen geben, wenn man nicht aufpasst. Man muss Fenster und Wand im Verbund sehen.
Also kann man sagen, dass moderne Bau -und Dämmmaterialien eine größere Gefahr für Schimmel oder auch Vermorschung darstellen.
Die bauliche Situation ändert sich durch den Einbau neuer Fenster. Das Gebäude wird dichter. Und das bedeutet, dass ich mit dem Thema Feuchtigkeit sorgsamer umgehen muss. Eine Außenwand-, Keller- oder Dachdämmung alleine birgt nie ein Schadensrisiko. Beim Thema Außenwanddämmung hören wir zwar immer wieder: dann kann das Haus nicht mehr atmen, aber das ist Quatsch.
Laut Institut für Bauforschung in Hannover müssen jährlich etwa 9,- Euro pro Quadratmeter Dämmfassade mehr für die Instandhaltung zurückgelegt werden, als für eine Verputzfassade. Das ist eine Menge zusätzliches Geld!
Wenn ich eine Putzfassade nur alle 30 Jahre erneuere, habe ich natürlich geringere Kosten, als wenn ich eine Putzfassade plus die Dämmung erneuere.
Das Material an sich ist also nicht wartungsaufwendiger?
Nein, die Lebenszyklen sind aus unserer Sicht die gleichen. Es sei denn, es handelt sich zum Beispiel um ein Schulgebäude. Wenn Sie das mit einer Styroporhaut dämmen, wird das sicher nicht 30 Jahre halten. Aber bei einem Ein- und Zweifamilienhaus hält die Dämmfassade genauso lange wie normaler Putz. Den müssen Sie auch nach 20, 30 Jahren streichen. Nur wenn alles erneuert werden muss, sind die Kosten natürlich bei der Dämmfassade höher.
Was spricht aus Ihrer Sicht für das Energiekonzept und für die Dämmung?
Ganz entscheidend ist die Einsparung der Energie und damit verbunden die Heizkostenersparnis. Insofern kann man sagen, wir kommen nicht drumrum. Die Heizkosten werden stärker steigen als die allgemeinen Lebenskosten, der Anteil an Energiekosten an unserem Leben wird immer mehr werden. Wenn wir das nicht begrenzen, wächst es uns über den Kopf. Wir müssen also investieren. Wir haben keine Wahl. Außerdem ist ein Gebäude, das konsequent technisch gedämmt und belüftet wird, auch langfristig vor Bauschäden geschützt.
Was empfehlen Sie Hausbesitzern oder solchen, die es werden wollen?
Jeder muss für sich den Standard finden, der zu ihm passt. Wenn jemand sanieren möchte, rate ich, mindestens den Neubaustandard als Maßstab zu nehmen - also das Haus so gut zu sanieren, dass es wie ein Neubau dasteht. Er kann aber auch in Richtung Niedrigenergiehaus gehen, was 30 Prozent besser ist. Ob man Richtung Passivhaus geht, hängt natürlich auch davon ab, wie viel Geld da ist und wie sehr das Haus verändert werden soll. Wenn einer sagt, da kann ich einziehen ohne Sanierung, dann wird er nicht gleich ein Passivhaus draus machen. Jeder muss das individuell für sich herausfinden – am besten bei einer Energieberatung oder in einem Gespräch mit dem Architekten!
Vielen Dank für das informative Gespräch, Herr Dr. Loch!
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Bobstraße 22 · 50676 Köln-Zentrum
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heute möchten wir Sie darüber informieren, was in den nächsten Jahren im Hinblick auf die Gebäudedämmung auf Immobilien-besitzer zukommt.
Gebäude dämmen: Lohnt sich diese Investition?
Dipl.-Kfm. J. H. Kratzke, Geschäftsführer, Immobilien Vertrieb Köln, im Gespräch mit Dr. R. Loch, Bauphysiker und Energieberater bei der Verbraucher-zentrale Bonn.
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Laut dem neuen Energiekonzept der Bundesregierung sollen bis 2050 alle Gebäude in Deutschland so gedämmt werden, dass sie kaum noch Energie verbrauchen – und wenn, dann am besten nur Öko-Energie.
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Herr Loch, 40 Prozent der Energie in Deutschland wird in Gebäuden verbraucht! Im September hat die Bundesregierung ein neues Energiekonzept beschlossen demzufolge der Wärmebedarf von Gebäuden bis 2020 um 20 Prozent gesenkt werden soll. Spätestens im Jahr 2050 sollen möglichst alle Gebäude in Deutschland so gut wie keine Energie mehr verbrauchen, also so genannte Nullemissionshäuser sein. Wie realistisch sind diese Pläne?
Also ich denke, dass das machbar ist. Entscheidend ist, dass es uns gelingen muss, die Haus- und Wohngebäudebesitzer zu motivieren, etwas zu tun. Die technischen Lösungen sind alle da. Sie können aus jedem Altbau ein Passivhaus machen. Das gibt es modellhaft schon. Das Problem besteht darin, private Investoren zu motivieren und das, was möglich ist, auch umzusetzen.
Zur Zeit regt sich Widerstand bei Mietern, Hauseigentümern und deren Verbänden. Warum?
Dafür gibt es viele Gründe. Zum Beispiel das Investor-Nutzer-Dilemma. Der Mieter soll stärker belastet werden. Dadurch wäre dann der Investor eher motiviert, die Modernisierung vorzunehmen, so die Hoffnung.... Die Sanierungskosten sollen stärker als bisher auf den Mieter umgelegt werden, weil die Sanierung sonst für den Vermieter wirtschaftlich uninteressant ist. Zur Zeit kann er die Kosten noch nicht komplett auf die Mieter umlegen. Aber selbst, wenn er es kann, ist die Frage, ob er es macht! - Denn die Mieter könnten ausziehen, wenn es ihnen zu teuer wird.
Langfristig wird der Wettbewerb das richten. Aber noch sind wir in dem Dilemma, dass die eingesparten Energiekosten nicht so hoch sind, wie der Anstieg der Kaltmiete dann wäre. Bisher sagt die Rechtssprechung „Es darf nicht so teuer saniert werden, dass die Energieersparnis das überhaupt nicht hergibt." Möglicherweise wird es auch Stufenplanungen oder Zuschüsse für Eigentümer geben. Dann muss auf die Mieter gar nicht mehr so viel umgelegt werden.
Mit Kosten in welcher Höhe müssen Hauseigentümer rechnen? Was kann eine solche Sanierung zum Beispiel für ein fünf Parteienhaus kosten?
In ein fünf Parteienhaus von 1960 zum Beispiel, das Sie auf ein Energieziel von minus 20 Prozent bringen wollen, müssten Sie zwischen 10.000 und 50.000 Euro investieren – das hängt vom Haus ab. Vielleicht erreichen Sie das Ziel bereits mit einer neuen Heizung (ca. 10.000 Euro, Anm. der Red.) und einer anständigen Dämmung des Daches (mit Eindeckung ca. 30.000 Euro, Anm. der Red.) Das wird natürlich deutlich mehr, wenn man Richtung Passivhaus geht, das Haus also fast gar nichts mehr verbraucht. Dann müssen Sie alle Gewerke anfassen: die Fenster, die Wände, das Dach, die Heizung, es muss eine Solar- und eine Lüftungsanlage rein. Dann werden sich die Kosten sicher in einer Größenordnung von 100.000 Euro bewegen. Aber, es muss ja nicht alles gleichzeitig saniert werden.
Bislang sind all diese Maßnahmen freiwillig...
Ja, noch, mit wenigen Ausnahmen. Ob das in 40 Jahren auch noch so sein wird, wissen wir nicht. Die Energie-Einsparverordnung (EnEV) vom Oktober 2009 macht ja bereits jetzt für vermietete Häuser Vorschriften: Ungedämmte Speicher- und Dachböden müssen gedämmt werden. Denken Sie zum Beispiel an die 50er-Jahre-Häuser mit ihren Betondecken; oben ist oft nur ein Speicher und eine Zugtreppe, ansonsten das nackte Nichts. Das geht jetzt nicht mehr. Auch Heizungen, die älter als 1978 sind, müssen ausgetauscht werden.
Noch mal zurück zu unserem Beispiel: Welche Maßnahmen und Kosten kommen auf Hausbesitzer zu, wenn das 5-Parteien-Haus 1910 gebaut wurde?
Bei einem Gebäude von 1910 gehen wir davon aus, dass es schon teilsaniert ist. Die Situation in diesen Häusern ist oft gar nicht mehr so schlimm. Die richtigen Energieschleudern sind die Häuser aus den 60er Jahren bis 1975. Dort sind oft noch die alten Fenster drin, die Dachhaut ist nicht ausgewechselt worden. Eventuell wurde der Heizkessel zwischenzeitlich erneuert. Aber baulich sind sie oft noch im Originalzustand. Das ist bei einem Haus von 1910 nicht mehr der Fall. Es ist in der Regel aus- oder umgebaut worden, Besitzerwechsel haben stattgefunden. Die Sanierung ist teilweise schon erfolgt. Die Fenster sind ausgetauscht, das Dach ist gemacht.
Wie viel Energie kann durch Sanierungsmaßnahmen eingespart werden?
Bei einem Haus aus den 60er Jahren sind bis zu 80 Prozent drin. Die Amortisationszeit für solche Maßnahmen liegt zwischen 15 und 30 Jahren. Das hängt natürlich auch davon ab, wie sich die Energiepreise entwickeln. Wenn sie sehr stark steigen, rechnet man mit einer Amortisation innerhalb von 20 Jahren. Das wäre dann sehr wirtschaftlich. Wenn sie hingegen eher moderat steigen, dauert es vielleicht 30 Jahre, bis die aufgewendeten Kosten durch geringeren Energieverbrauch wieder reingeholt werden. Denn im Lauf dieser Zeit, ist vielleicht die Heizung schon wieder defekt oder die Solaranlage.
Manche Experten sagen, der Kostenaufwand für eine Gebäudesanierung stehe in keiner Relation zu den eingesparten Energiekosten. Manche sprechen sogar von "Sanierungs-wahnsinn".
Klar, da stecken natürlich auch wirtschaftliche Interessen dahinter. Die Dämmindustrie und das Handwerk verdienen an den Sanierungsmaßnahmen. Einige Hausbesitzer haben Angst vor Schimmelproblemen oder dass die Mieter nicht mitmachen. Aber das größte Hemmnis ist, dass Hausbesitzer entweder das Geld nicht haben oder sie sich sagen: da gehe ich nicht mehr dran. Das erlebe ich an der Beratungspraxis ganz oft: da ist jemand 75 Jahre alt und sagt: das rechnet sich in zehn Jahren? Da bin ich ja schon unter der Erde, was soll ich da noch machen.
Auf www.brdschwindel.org heißt es, dass viele Energieberater den Faktor für den Wärmeverbrauch, also die Beschaffenheit der Heizung und Wärmeverteilung und damit auch die Kosten-Nutzen-Relation falsch bewerten. Dagegen seien die Wandstärken, die Fenster, die Decken zum Dachboden und Keller nur Marginalien. Am schlimmsten seien die Bauten, in denen die Heizrohre ungedämmt im Mauerwerk oder Deckenbereich verlegt sind. Dagegen hälfen weder Dämmpakete noch Wärmeschutzverglasung noch die Ausmauerung von Heizungsnischen. Was sagen Sie dazu?
Das stimmt inhaltlich nicht. Einmal ist es nicht richtig, dass die Verteilung das größte Problem ist. Denn wenn man eine ungedämmte Heizleistung in der Wand hat und diese von außen dämmt, hat man das Problem schon fast abgestellt. Dann geht der Wärmeverlust nicht nach außen, sondern ins Wohngebäude. Dann wird zwar die Wand warm, aber das ist ja nicht schlimm. Natürlich sind alte Heizungen ein Problem, nur löst sich dieses Problem in der Regel von selbst, da eine Heizung statistisch eh nach 20 bis 25 Jahren erneuert wird.
Einzelmaßnahmen wie die Dämmung von Heizkörpernischen oder die Installation von neuen Thermostatventilen an Heizkörpern sollen oftmals die bessere Alternative zur kompletten Gebäudedämmung sein.
Klar, es gibt hochwirksame, kleine Maßnahmen, die man sofort ergreifen sollte. Aber mit einem Thermostatventil spart man vielleicht fünf bis zehn Prozent Energie ein. Damit alleine schaffen wir keine 20 Prozent bis 2020. Auch durch ungedämmte Heizkörpernischen können niemals 20 Prozent der Energie verloren gehen. Die Fläche ist einfach zu klein. Da müsste schon ein Loch in der Wand sein. Das ist so wie mit der Energiesparlampe. Damit können wir die Welt nicht retten, weil Licht nur einen geringen Teil des Stromverbrauchs ausmacht. Aber die Lampe selbst ist hoch wirtschaftlich und ganz einfach einzusetzen. Weitere kleine Maßnahmen mit relativ großer Wirkung sind die Dämmung von Rollladenkästen oder die Dämmung des Dachbodens und der Kellerdecke. All das kann man in Eigenleistung machen, und zusammen kann das durchaus 20 Prozent Energieersparnis bringen.
Es heißt, bei älteren Gebäuden sei eine Außendämmung nicht sinnvoll, weil vor dem Krieg anders gebaut wurde als heute. Die damals üblichen dicken Ziegelmauern beispielsweise könnten Wärme wesentlich besser speichern als die Oberfläche eines Wärmedämmverbundsystems (WDVS). Letzteres schirme sogar gegen die Energiezufuhr durch Sonneneinstrahlung ab.
Das eine widerspricht dem anderen ja gar nicht. Wenn die Wand von außen gedämmt wird, bleibt die Speicherfähigkeit des Ziegels innen ja erhalten.
Aber die Energiezufuhr durch Sonneneinstrahlung von außen kann ich nicht nutzen.
In der Tat ist es so, dass schweres Mauerwerk Wärme gut speichert. Im Winter kühlt das Gebäude nicht so schnell aus. Wegfallen würde die Aufnahmefähigkeit von Sonnenenergie durch eine Wand. Aber, laut Bauphysik, gibt es die gar nicht. Oder haben Sie schon mal im Sommer eine glühend heiße Hauswand berührt? Unsere Hausanstriche sind alle hell, der Putz ist immer angenehm kühl, vielleicht hat er drei Grad mehr als die Lufttemperatur. Eine Außenwand ist kein Sonnenkollektor. Die Wärme kommt im Sommer ausschließlich durch die Fenster ins Innere des Hauses.
Dass heißt also: Mauerwerk speichert keine Wärme, weil es verputzt ist?
Ja natürlich, wenn Sie einen dunklen Ziegelstein einfach in die Sonne legen, erwärmt er sich. Aber unsere Häuser haben ja keine nackten dunklen Ziegelsteine. Die Steine sind hell, verputzt und dann noch Farbe davor. Eine normale Wand eines Wohngebäudes, hell verputzt und gestrichen, nimmt praktisch keine Sonnenenergie auf, die kommt als Licht durch die Fenster ins Gebäude hinein und wird dort in Wärme umgewandelt. Natürlich speichert die Mauer dann die Wärme, die im Gebäude entstanden ist.
Stichwort Fenster: Das allerneuste ist jetzt die Dreifach-Verglasung. Sitzen wir bald in hermetisch abgedichteten Räumen? Was ist davon zu halten – auch vor dem Hintergrund der Lüftung und Gefahr der Schimmelbildung?
Dreifach verglaste Fenster sind tatsächlich fast so gut wie eine Wand. Sie sind super-dicht. Das ist ein Vorteil im Hinblick auf die Energiebilanz. Andererseits, das ist richtig, müssen wir dann aktiv lüften. Entweder manuell oder es muss eine Lüftungsanlage ins Haus. Wir gehen davon aus, dass 2050 alle Gebäude eine Lüftungsanlage haben werden; das hat auch mit Wärmerückgewinnung zu tun, also, die warme Luft nicht einfach beim Lüften nur raus- und kalte reinzulassen, sondern sie für die Energiegewinnung über einen Wärmetauscher zu nutzen. Im Idealfall kann bis zu 90 Prozent der Energie, die in der Luft steckt, wieder zurückgewonnen werden.
Das ist noch Zukunftsmusik...?
Das gibt es schon. Es wird jedoch im Bestand kaum eingebaut, weil es zu aufwändig ist. Man müsste in jeden Raum Abluft- und Zuluftkanäle legen. Das ist technisch kein Problem, aber da Küchen, Bäder, alles neu gemacht werden muss, wird es im Bestand nur dann gemacht, wenn eine Kernsanierung stattfindet. Die Wohnbaugesellschaften sehen das Problem, dass sie sich mit einer Super-Dämmung und Super-Fenstern das Schimmelproblem reinholen. Deshalb machen sie den zweiten Schritt gleich mit und bauen eine Lüftungsanlage ein.
Kann es zu Problemen führen, wenn neue Fenster in eine vorhandene Bausubstanz eingebaut werden?
Ja, Probleme entstehen, wenn ich ein gut gedämmtes Fenster in eine ungedämmte Wand baue. Das Verhältnis von kaltem Fenster und warmer Wand dreht sich praktisch um. Die Wand wird Schwachstelle und es kann eine Zunahme von Feuchteproblemen geben, wenn man nicht aufpasst. Man muss Fenster und Wand im Verbund sehen.
Also kann man sagen, dass moderne Bau -und Dämmmaterialien eine größere Gefahr für Schimmel oder auch Vermorschung darstellen.
Die bauliche Situation ändert sich durch den Einbau neuer Fenster. Das Gebäude wird dichter. Und das bedeutet, dass ich mit dem Thema Feuchtigkeit sorgsamer umgehen muss. Eine Außenwand-, Keller- oder Dachdämmung alleine birgt nie ein Schadensrisiko. Beim Thema Außenwanddämmung hören wir zwar immer wieder: dann kann das Haus nicht mehr atmen, aber das ist Quatsch.
Laut Institut für Bauforschung in Hannover müssen jährlich etwa 9,- Euro pro Quadratmeter Dämmfassade mehr für die Instandhaltung zurückgelegt werden, als für eine Verputzfassade. Das ist eine Menge zusätzliches Geld!
Wenn ich eine Putzfassade nur alle 30 Jahre erneuere, habe ich natürlich geringere Kosten, als wenn ich eine Putzfassade plus die Dämmung erneuere.
Das Material an sich ist also nicht wartungsaufwendiger?
Nein, die Lebenszyklen sind aus unserer Sicht die gleichen. Es sei denn, es handelt sich zum Beispiel um ein Schulgebäude. Wenn Sie das mit einer Styroporhaut dämmen, wird das sicher nicht 30 Jahre halten. Aber bei einem Ein- und Zweifamilienhaus hält die Dämmfassade genauso lange wie normaler Putz. Den müssen Sie auch nach 20, 30 Jahren streichen. Nur wenn alles erneuert werden muss, sind die Kosten natürlich bei der Dämmfassade höher.
Was spricht aus Ihrer Sicht für das Energiekonzept und für die Dämmung?
Ganz entscheidend ist die Einsparung der Energie und damit verbunden die Heizkostenersparnis. Insofern kann man sagen, wir kommen nicht drumrum. Die Heizkosten werden stärker steigen als die allgemeinen Lebenskosten, der Anteil an Energiekosten an unserem Leben wird immer mehr werden. Wenn wir das nicht begrenzen, wächst es uns über den Kopf. Wir müssen also investieren. Wir haben keine Wahl. Außerdem ist ein Gebäude, das konsequent technisch gedämmt und belüftet wird, auch langfristig vor Bauschäden geschützt.
Was empfehlen Sie Hausbesitzern oder solchen, die es werden wollen?
Jeder muss für sich den Standard finden, der zu ihm passt. Wenn jemand sanieren möchte, rate ich, mindestens den Neubaustandard als Maßstab zu nehmen - also das Haus so gut zu sanieren, dass es wie ein Neubau dasteht. Er kann aber auch in Richtung Niedrigenergiehaus gehen, was 30 Prozent besser ist. Ob man Richtung Passivhaus geht, hängt natürlich auch davon ab, wie viel Geld da ist und wie sehr das Haus verändert werden soll. Wenn einer sagt, da kann ich einziehen ohne Sanierung, dann wird er nicht gleich ein Passivhaus draus machen. Jeder muss das individuell für sich herausfinden – am besten bei einer Energieberatung oder in einem Gespräch mit dem Architekten!
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